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Warum wir eine App für Väter bauen oder: wie man sich als werdender Vater verloren fühlt


Ein Vater, der sein Baby im Arm hält


Es ist ein sonniger Tag im Januar, noch vor dem Frühstück überbringt mir meine Frau die Nachricht, die alles auf den Kopf stellen wird: wir sind schwanger. Mein Glück kann ich nicht in Worte fassen, mein Kopfkino spielt dutzende Filme parallel ab. Ich werde Papa - das wird alles ändern.


Ich bin beflügelt, verängstigt, euphorisch, nachdenklich. In den kommenden Tagen begebe ich mich auf die Suche: nach Infos, Vorbildern, Communities. Das Ergebnis: eher mau. Wo es für werdende Mütter dutzende, passgenaue Ressourcen gibt, wirkt die Vaterschaft oft noch wie eine Randerscheinung.


Ist es optional, sich auf die Vaterrolle vorzubereiten?


Es ist unbestreitbar, dass eine Schwangerschaft für die Frau fundamental ist. Das heißt aber nicht, dass Männer außen vor sein müssen. Im Gegenteil: ein Mann, der sich aktiv mit seiner künftigen Rolle auseinandersetzt und mit dem, was in seiner Partnerin vorgeht, schafft so die Grundlage für das künftige Familienleben.


Vielen Vätern, denen wir (das heißt die Gründer von Mission Vaterschaft begegnet sind) gehen an die Vaterschaft mit einer komplett naiven Einstellung ran. Ihre Herangehensweise an die Vaterschaft ähnelt dem Versuch, ein komplexes Musikinstrument zu spielen, ohne je geübt zu haben – sie erwarten, dass sie intuitiv wissen, wie es geht, nur um dann von der Realität überrascht zu werden. Sind die Kinder dann mal ein paar Jahre alt, haben viele Väter nie wirklich ihre Rolle in der Familie gefunden. Das Resultat ist eine deutliche Unzufriedenheit.


Die Weichen für das Glück oder Unglück im Familienleben werden schon in der Schwangerschaft gestellt. Wir haben am eigenen Leib erfahren dürfen, wie erfüllend die Vaterschaft sein kann, wenn man sich aktiv damit auseinandersetzt, was es bedeutet, ein authentischer und (selbst)bewusster Vater zu sein. Wie wichtig es ist, sich in seine Frau hineinzuversetzen, sei es vor, während oder nach der Geburt. Wie essentiell es ist, zu verstehen, wie Babies ticken und was Kinder brauchen, um eine tiefe Verbindung mit ihnen herzustellen.


Also: nein, es ist nicht optional, sich auf die Vaterschaft vorzubereiten. “Andere haben das auch schon geschafft” ist oft ein Rezept für spätere Enttäuschung und Frust.


Weg von männlichen Stereotypen, hin zu aufgeklärten Vätern auf Augenhöhe


Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass viele Väter sich die gleichen Fragen stellen. Die meisten Ratgeber-Bücher stellen die Frau berechtigterweise den Mittelpunkt - leider ist jedoch der Vater oft nur eine Randbemerkung wert. Und immer wieder stellen wir dann fest: in den Texten, Podcasts oder auch Gesprächen mit Ärzten und Hebammen finden sich viele Männer nicht wieder. Es ist also an der Zeit, ein Angebot zu schaffen, von Vätern für Vätern. Wir wollen Männern zeigen, dass Kinder keine zweite Mutter brauchen, sondern einen starken Vater, dessen enorm wichtige Rolle für die künftige Persönlichkeit des kleinen Menschen mittlerweile auch wissenschaftlich hinreichend belegt ist.


Nutzer unserer App werden am Ende wissen, worum es geht. Sie werden keine Angst haben, das erste Mal in ihrem Leben ein Neugeborenes im Arm zu halten und dessen Windeln zu wechseln. Sie werden sich nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie sie am besten für ihre Kinder da sein können. Sie werden Klarheit haben, was ein Kind braucht, wie sie ihre schwangere und gebärende Frau bestmöglich unterstützen können.


Zum Glück sind viele Frauen heute dank exzellenter Hebammenunterstützung in der Lage, starke Mamas zu werden. Unsere Mission ist es, Väter zu unterstützen, starke Papas zu werden und die Mission Vaterschaft zu der erfüllendsten und bedeutendsten Reise ihres Lebens zu machen.

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